KERNSANIERUNG  UND  ERWEITERUNG  EINES  WOHNHAUSES  IN  DORTMUND

Das Wohnhaus in Top-Lage im Dortmunder Stadtteil Kirchhörde wurde vollständig entkernt und mit einem Anbau versehen. Es wurde energetisch saniert und insgesamt technisch auf den neuesten Stand gebracht. Der Entwurf erschliesst über den Anbau und seine riesige Glasfassade optisch den wunderschönen Garten und macht ihn nun zu einem permanenten Teil des Wohnerlebnisses. Da die Grundrisse vergangener Zeiten mit heutigen Wohnvorstellungen schwer übereinander zu bringen sind wurden im Inneren sehr erhebliche Umbaumaßnahmen realisiert. So wurde beispielsweise der Hauseingang von der Straßenseite an die Hausseite verlegt wofür eine vorhandene Garage weichen musste. Der alte Hauseingangsflur war nicht einmal einen Meter breit. Der neue Eingang ist fast zwei Meter breit und verfügt nun über ein sehr üppige Einbaugarderobe und einen direkten Zugang zu einem Gästebad usw.. Die enorme Vielzahl der entwurflichen sowie technischen Veränderungen hier einzeln aufzulisten würde den Rahmen einer einfachen Websitepräsentation sprengen. Bei weiterreichendem Interesse gebe ich aber gern persönllich Auskunft zum Projekt.

Gartensicht  nach Fertigstellung. Der nach Norden liegende Anbau erhielt eine Vollverglasung von Wand zu Wand, bodentief und raumhoch. Durch einen Höhenversprung des Flachdaches zur Gartenseite erhöht sich an der gegenüber dem Altbau 75 cm tiefer liegende Innenraum auf dann 3,75 Meter. So hoch ist auch die Verglasung. Sie bietet ein fantastsichen Blick in den Garten und leistet wunderbares Licht für den Innenraum. Aufgrund der Nordausrichtung konnte auf einen teuren Sonnenschutz verzichtet werden.

Gartenansicht des Bestandsgebäudes vor Baubeginn. Das wunderbare Grundstück in Toplage ist vom Hausinneren weder optisch noch real erschlossen. Der Austritt in den Garten ist nur über eine weitgehend zugebaute Terrasse möglich. Der Blick in den Garten ist durch nicht vorhandene bzw. sehr kleine Fenster und eine riesengroße Tanne verstellt.

Straßenansicht vor Baubeginn mit der links gelegenen Garage. Diese blieb erhalten als Geräteraum mit Durchgang zum Garten.

Noch einmal das alte Haus vor Baubeginn, mit der zweiten Garage. Diese Garage wurde entfernt um Platz für einen seitlichen Hauseingang zu schaffen.


Der Bestand nach Rückbau der Garage. Der ursprüngliche, extrem schmale Hauseingang wird stillgelegt, erhält ein bodentiefes Fenster und wird in  der inneren Grundrissorganisation zum privaten Flur mit Aufgang ins Obergeschoß. Die nun geschaffene Öffnung neben dem Haus gibt Luft zum Atmen und schafft die unverzichtbare Zufahrt zum Garten für die Bauzeit.

Nach dem allgemeinen Rückbau im Inneren wurde die Außenwand zum Garten großzügig geöffnet und die Bodenplatte für den Anbau betoniert. Statisch durchaus eine Herausforderung. Nicht wirklich kompliziert, jedoch bedarf es einer sauberen Ausführung in den statischen Details. Der Höhenversprung zwischen dem Erdgeschoss des Altbaus und der Bodenplatte des Neubaus zeigt hier bereits gut sichtbar ein Kernthema des Entwurfes. Um den Altbau nicht durch die Erweiterung zu verdunkeln wird der Anbau deutlichen höhere Räume haben und extrem viel Glas.

Links erkennbar ist das ehemalige Wohnzimmerfenster zur Nordseite des Altbaus. Die rechts nun entfernte Wand wird zur Öffnung für den tiefer liegenden Anbau. Das alte Fenster wird vergrössert und dann deckenhoch, bodentief sowie auch etwas breiter sein. Da im Sommer die Sonne abends auch von Norden scheint fällt hier in einigen Monaten des Jahres das Licht sehr tief in den Grundriss. Dieses Fenster erhellt den Anschluss zwischen Neu und Alt und verhindert Dunkelzonen.

Hier das gleiche Fenster nach Fertigstellung kurz vor dem Einzug. Es zeigt nun einen Blick der so bisher verschlossen blieb. Vor dem Fenster steht der Esstisch welcher so sehr gut belichtet wird. Durch die gegenüber dem Anbau erhöhte Lage ist ein sehr guter Blick in den hinten gelegenen Garten und über die tiefer stehenden Wonraummöbel hinweg gut möglich.


Aufbau der tragenden Konstruktion des Anbaus aus Stahl. Stützen und Träger blieben nach Fertigstellung sichtbarer Teil des Entwurfes. Die Decke wurde aus Vollholz hergestellt und weiss lasiert. Dabei bleibt die Holzmaserung erhalten ohne eine allzu hölzerne Optik hervorzurufen. Auch ist die Fläche dann heller. Stahl und Holz verbinden sich hier statisch und optisch extrem zielführend zu einem filigranen Ganzen. Keine dicken Stützen sollten den Gartenblick trüben. Zudem verkürzte sich die Bauzeit durch die Vorfertigung aller Bauteile. Dies bezieht sich auch auf die Umfassungswände welche aus Holzrahmen hergestellt sind.

Gut erkennbar sind hier der Höhenversprung zwischen Altbau und Neubau sowie die Erhöhung der Neubaudecke zum Garten hin.

Für die statische Queraussteifung wird ein Stahlblech eingeschweißt. Es ist fest mit der Tragkonstruktion verbunden und verhindet das der Neubau seitlich umfällt.


Skeptischer Blick der Bauleitung. Alles gut. Im Hintergrund arbeiten die Dachdecker an der neuen bzw. vergrößerten Dachgaube des Badezimmers im Obergeschoß sowie der Dachfläche insgesamt.

Nach Einbau der Außenwände und der Decke kann die Großverglasung eingebaut werden. Bei Scheibengewichten von deutlich über 500 kg ist der Einsatz eines Autokranes zwingend erforderlich. Die Handwerker verständigen sich per Funk mit dem Kranführer.

Die Gartenfassade aus dem Innenraum gesehen kurz vor Fertigstellung.

Im alten Teil des Hauses blieb die Holztreppe erhalten. Sie wurde etwas höher gesetzt da eine Fußbodenheizung eingebaut wurde. Die alten Teppichböden wurden entfernt, der alte Lack abgeschabt, alles wurde mehrfach geschliffen und später neu, weiß lackiert.

Zwischenstand während der Sanierungsarbeiten an der alten Geschoßtreppe. Die Stufen wurden bis auf das Holz sauber geschliffen und unmittelbar vor dem Einzu fertig lackiert damit durch die Bauarbeiten keine Schäden an der neu hergerichteten Treppe entstehen.


Einbau von Stahlträgern im alten Teil des Hauses. Aufgrund der geringen Raumhöhen werden die neuen Träger nicht unter die Decken gelegt sondern in die Decken eingebaut. Dafür muss die Betondecke aufgestemmt und die darin befindliche Bewehrung freigelegt werden. Danach folgt der Einbau eines Stahlträgers mit angeschweißten Moniereisen welche Stück für Stück mit der vorhandenen Bwewehrung verschweißt werden. Dann kann die offene Decke neu mit einem Spezialbeton ausbetoniert werden. Dies ist ein sehr großer Aufwand mit entsprechenden Kosten. Aber es lohnt sich wenn man bedenkt das es für Jahrzehnte so bleiben wird!

Der neue Eingang von innen gesehen. Vermauerung der ehemaligen Terrassentür, Entfernung alter Innenwände und Unterzüge.

Der neu geschaffene Eingangsbereich an der Südseite des Altbaus, also von der Seite an welcher die Garage zurückgebaut wurde. Hintern erkennbar ist die alte Treppe.